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Firmengeschichte der Fa. Café Becker GmbH

1933 eröffneten die Eheleute Heinrich und Elise Becker ihre erste Bäckerei in der Schlossstraße in Saarbrücken.
Elise Becker geb. Rupp kam aus dem Schwabenländle, um in der Konditorei Sartoria, damals „erstes Haus am Platz“, den Beruf der Konditoreifachverkäuferin zu erlernen. Dort lernte sie auch ihren Ehemann, den Bäckermeister Heinrich Becker, kennen.
Da beide auch beruflich verbunden waren, lag es für sie nahe, sich selbständig zu machen. Mit Kredit, Arbeitsgeräten aus zweiter Hand und viel Idealismus und Fleiß richtete man eine Backstube mit dazugehörigem Ladenlokal ein. Schon bald hatte sich die kleine Bäckerei im „Alt-Saarbrücker Schlossviertel“ aufgrund ihrer guten Waren und nicht zuletzt auch durch das immer freundliche und hilfsbereite Wesen der Bäckersfrau einen guten Namen gemacht. Sie gab auch mal ein Brot umsonst heraus, beschenkte die Kinder und „Anschreiben“ wurde von ihr immer geduldet. Die frühen Dreißiger Jahre waren im armen Saarland hart, und so mancher war gegen Ende des Monats froh, wenn er sein Brot auch ohne Bargeld mit nach Hause nehmen konnte. 
1933 wurde ihr erster Sohn Heinrich geboren, zwei Jahre später der kleine Fritz. Beide waren „Saarbrücker Buwe“, die mit ihren Freunden meist auch dort spielten, wo der „Dreck am dicksten“ war.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Familie ausgebombt und musste danach in der Roonstraße in Saarbrücken wieder ganz von vorne anfangen. Kaum waren die Backstube und das Geschäft wieder eingerichtet, fielen schon wieder Bomben auf die Stadt. Halb Saarbrücken lag nach diesem massiven Luftangriff in Schutt und Asche. Heinrich Becker jun. war zu dieser Zeit Patient in der Kinderstation des alten Reppersberg-Krankenhauses und musste von dort aus seine Heimatstadt brennen sehen. Auch das Bäckerhaus in der Roonstraße brannte vollständig aus.
Heinrich Becker sen. musste nun übergangsweise in den Backstuben seiner Kollegen backen und brachte sein Brot mit dem Fahrrad zu seinen Kunden. Kurz nach Kriegsende kauften Elise und Heinrich Becker sen. das Anwesen Nr. 12 in der Saarbrücker Mainzer Straße und richteten dort eine Backstube mit Verkaufsraum und zum ersten Mal auch mit einem zugehörigen Café ein.  Nach und nach kamen Bäcker, Verkäuferinnen und Konditoren hinzu, sodass bis 1954 bereits zwölf Mitarbeiter bei dem Bäckerehepaar beschäftigt waren. Auch die Söhne, Heinrich und Fritz, erlernten das Bäcker- und Konditorhandwerk und traten als Gesellen in den elterlichen Betrieb ein.
1956 erhielt Heinrich Becker jun. seinen angestrebten Bäckermeistertitel in der Meisterschule Weinheim und heiratete danach 1957 Gertrud Becker. Sie stammte, wie auch ihre Schwiegermutter, aus dem Schwabenland nahe Stuttgart. In einer Sämerei in Ludwigsburg erlernte sie den Beruf der Groß- und Einzelhandelskauffrau und arbeitete sich in den Jahren 1954-1957 in den Beruf der Bäckerei- und Konditoreiverkäuferin im schwiegerelterlichen Geschäft ein. Durch ihr freundliches Wesen und ihren herzlichen, engagierten Umgang mit Menschen wurde sie schnell zum Liebling der Kunden.
Dem Ehepaare Gertrud und Heinrich Becker sen. wurden zwei Kinder geboren, 1958 Yvonne Becker und 1959 Harry Becker, der ebenfalls der Familientradition folgte und 1984 seine Meisterprüfung im Bäckerhandwerk ablegte.
Im Jahre 1960 erwarb Heinrich Becker sen. ein Trümmergrundstück in der Obertorstraße 7. Dort entstand nach zweijähriger Bauzeit das heutige Café Becker, ein Eckhaus am Eingang des St. Johanner Marktes. Gertrud und Heinrich Becker jun. erwarben das Anwesen von den Eltern und machten sich 1963 selbständig. Café und Laden waren auf das Modernste eingerichtet. Das mit 60 Sitzplätzen ausgestattete Café wurde schnell zu einem beliebten Treffpunkt der Saarbrücker Bürger.
Die ersten Jahre waren hart für das Bäckerehepaar. Zahlreiche Angestellte konnte es sich noch nicht leisten und die Konkurrenz war groß. Heinrich Becker jun. fuhr zuerst seine hochwertigen Backwaren selbst auf einem Kraftrad aus, die „Brot-Keez“ auf den Rücken geschnallt. Seine Frau, Gertrud Becker, war für den Laden und das Café zuständig.